So wie es ist

Wenn man ein behindertes Kind bekommt, sind Schuldgefühle dein täglicher Begleiter, sagt Michael. Ja, ich weiß, denke ich. Sie sind die leise, melancholische Hintergrundmelodie in meinem Alltag, sind die Leinen, die mich fest mit der Erde verbinden und vor dem schwerelosen Abheben schützen, sind die Impulse, die mich oft ein bisschen tiefer atmen lassen, so, Mehr lesen…

Vom Aushalten

„Ich würde am liebsten meinen Rucksack packen und loswandern. Egal wohin, einfach nur weg…“, sagte meine Arbeitskollegin gestern zu mir. Auf und davon. Raus aus dieser Misere, irgendwohin, wo alles anders, besser ist, irgendwohin, wo es kein Corona gibt. Aber genau das geht nicht. Wir sind gezwungen hier zu bleiben. Hier, in unserer Stadt, in Mehr lesen…

Anna wird fliegen

„Ich glaube, eine Sache ausdrücken heißt, ihre Kraft bewahren und ihr den Schrecken nehmen“, schreibt Fernando Pessoa. Tiefe Trauer scheint sich immer wieder einen Weg nach draußen zu suchen. Wie ein eingesperrtes, wildes Tier kratzt und rüttelt es an unseren inneren Zäunen und Grenzen. Sie will oder eher muss frei gelassen werden, in Worten, Bildern, Mehr lesen…

Vom Glück

„Oft werde ich gefragt, wie es ihm geht, ob er glücklich ist? Ja, das ist er (…)“ … schrieb vor kurzem Florian Jaenike in seiner aktuellen Kolumne im „Zeit Magazin“. Seit einigen Wochen berichtet der Fotograf regelmäßig mit einem Bild und einem ganz kurzen Text über seinen schwer mehrfach behinderten Sohn Friedrich. Jede Aufnahme von Mehr lesen…

Augenblicke

Der erste Schluck Kaffee am Morgen Bei Regen unter dem Dachfenster sitzen Frisch gewaschene Haare Der Eismann hält in unserer Straße Eine Kugel Stracciatella-Eis auf der Schaukel schlecken Ein Eichhörnchen im Garten entdecken Einen Igel im Garten entdecken Im August nach Sternschnuppen Ausschau halten Durchgefroren im warmen Badewasser abtauchen Kinder zum Lachen bringen Kranke Kinder Mehr lesen…

Urlaub – oder was?

Vor kurzem waren wir alle zusammen mal wieder im Stuttgarter Kinderhospiz. Für diejenigen, die beim Namen Hospiz Schnappatmung kriegen: Wir können da hin, auch wenn der Sensenmann nicht an die Tür klopft. Es reicht, dass Freund Hein Julius auf seiner Liste hat. Wir dürfen uns hin und wieder im Hospiz erholen, dort quasi Urlaub machen. Mehr lesen…

Humor – jetzt mal im Ernst!

Vor einigen Tagen war ich mit Michael bei einem Poetry Slam-Festival. Ich liebe diese Veranstaltungen! Was haben wir gelacht! Ich bin ein alberner Mensch, diejenigen, die mich kennen, wissen genau, wie gern ich kichere. In der Schule war ich Mitglied der „Chicken Gang“. Allerdings nicht unbedingt die angesehenste Truppe. Wir waren berühmt…berüchtigt. Chicken leitete sich Mehr lesen…

Getrenntheit

Ich habe mich schon oft gefragt, was eigentlich am Schmerz so schmerzlich ist? Was ist es, was da so verdammt weh tut? Dabei meine ich natürlich nicht den körperlichen Schmerz. Ich weiß ja: Wenn ich mich in den Finger schneide, leiten feine Nervenendigungen blitzschnell  Botschaften an mein Gehirn. Autsch! an der linken Hand, melden die Mehr lesen…

Sommertag

Es ist Sommer, seit Tagen herrscht im Land eine quälende Hitze und ich liege eingepfercht zwischen fremden Campingstühlen, Kühltaschen und Schwimmflügeln am Strand des Badesees. Ein buntes Mosaik aus unzähligen, rechteckigen Handtüchern verdeckt den grünen Grasteppich der Wiesenfläche rund um das Wasser. Ich höre Kinderlachen, das Weinen eines Babys, Entengeschnattere und das leise Summen eines Mehr lesen…

Meine Freiheit im Korsett

„Sie dürfen nie vergessen, dass sie ein Leben in einem ganz, ganz engen Korsett führen…“ Das hat sie gesagt. Die Frau am anderen Ende der Leitung. Es war ein lieb gemeinter Hinweis. Ich habe am Telefon mit ihr geplaudert, über dieses und jenes. Über das, was Frauen halt so beschäftigt. Wir kennen uns schon länger. Mehr lesen…